Ampfings Trainer Jochen Reil (re., im Gespräch mit seinem Freilassinger Kollegen Franz Pritzl) fiebert dem Saisonstart in der Landesliga Südost entgegen (Foto: Michael Buchholz)

Landesliga Südost - 1. Spieltag (Vorschau)

Landesliga-Eröffnungsspiel am Wasserschloss

Am Freitagabend ist es endlich so weit: Fünf Jahre nach dem Abstieg aus der Landesliga Südost kehrt der TSV Ampfing wieder zurück auf die überregionale Fußballbühne. Mit dem Eröffnungsspiel beim FC Töging wartet dabei gleich ein echter Kracher auf die Schweppermänner. Das Rahmenprogramm mit der Vorstellung aller 18 Landesligavereine und Interviews mit der örtlichen Prominenz aus Sport und Politik startet bereits um 17:30 Uhr, um 19:00 Uhr erfolgt dann der Anstoß im Raiffeisen-Stadion am Wasserschloss.

„Dass wir das Eröffnungsspiel bestreiten dürfen, ist eine super Sache, die Vorfreude darauf ist riesig“, freut sich Ampfings Trainer Jochen Reil „brutal“ auf den Auftakt am Freitagabend. „Das hat sich die Mannschaft verdient, darauf haben wir das ganze letzte Jahr hingearbeitet.“ Dass die Aufgaben eine Liga höher nicht einfacher werden, weiß Reil natürlich und schiebt den Gastgebern daher auch die Favoritenrolle zu. „Wir sind Liganeuling und fahren als Außenseiter nach Töging. Die Töginger haben eine gestandene Landesligamannschaft, die sich mit Jerome Faye und Razvan Rivis in der Offensiv noch mal hochkarätig verstärkt haben.“ Außenseiter ja, chancenlos nein, beschreibt Ampfings Trainer die Ausgangslage vor dem Auftaktmatch. „Wir wissen, was wir können. Wenn es uns gelingt, das am Freitag auf dem Platz umzusetzen, können wir aus Töging auch was mitnehmen.“

Zum Start muss Reil neben Christian Richter, der sich beim Toto-Pokalturnier in Erlbach am Knöchel verletzt hat, auch auf Danut Moisi verzichten. Für den rumänischen Neuzugang lag bis zuletzt keine Spielgenehmigung vor, im Ampfinger Lager hofft man aber, dass man für den groß gewachsenen Innenverteidiger in den nächsten Tagen "grünes Licht" vom Verband erhält. Somit stehen den Schweppermännern zum Auftakt nur 15 Feldspieler zur Verfügung, dass der 17-Mann-Kader für eine Landesliga-Saison insgesamt zu klein ist, weiß natürlich auch Ampfings Sportlicher Leiter Adrian Malec: „Wir wollen noch nachlegen und noch zwei oder drei Spieler dazu holen“, schränkt aber gleichzeitig ein: „Qualität und Charakter müssen dabei immer stimmen.“ Malec ist daher nach wie vor permanent unterwegs und führt täglich Gespräche mit potentiellen Kandidaten.

Bei diesem Thema hakt dann auch Jochen Reil gleich noch mal ein. "Wer mich kennt, weiß, dass ich auf Disziplin, Charakter und Teamgeist höchsten Wert lege. Neben dem fußballerischen Können haben genau diese Eigenschaften in der letzten Saison am Ende auch den Ausschlag für uns gegeben“, so Reil, der anfügt: „Auch die bisherigen Neuzugänge fügen sich da nahtlos ein, darauf haben wir aber auch sehr genau geachtet.“ Mit der Vorbereitung war Ampfings Trainer bis auf die Generalprobe, die am Dienstag mit 1:2 gegen den SV Reichertsheim verloren wurde, zufrieden: „Wir sind ohne größere Verletzungen durchgekommen und konnten unser Programm gut durchziehen. Die Mannschaft hat voll mitgezogen, das stimmt mich insgesamt sehr positiv.“

Weniger positiv sieht Reil dagegen das Ampfinger Umfeld, vor allem die fehlende Euphorie nach dem Aufstieg kann er überhaupt nicht nachvollziehen. „Ich habe als  Spieler und Trainer ja schon viel erlebt. Aber dass eine Mannschaft, die die ganze Saison auf einem Aufstiegsplatz steht, permanent kritisiert und schlecht geredet wird, dafür fehlt mir jegliches Verständnis.“ Bezeichnend für Reil war dabei das letzte Heimspiel der abgelaufenen Saison gegen Buchbach, als man bereits als Meister feststand und gerade einmal 100 Zuschauer den Weg ins weite Rund des Raiffeisen Sportparks fanden. „Anstatt sich zu freuen, dass in Ampfing endlich wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht, die mit Herz und Leidenschaft agiert, werden sinnlose Diskussionen über die Herkunft und Nationalität der Spieler geführt“, wünscht sich Ampfings Trainer nicht nur mehr Unterstützung von den Rängen, sondern auch einen respektvolleren Umgang mit seinen Spielern. „Ein Großteil der Mannschaft muss einen enormen zeitlichen Aufwand betreiben, um Arbeit, Familie und den Trainings- und Spielbetrieb unter einen Hut zu bekommen“.

 

Ins gleiche Horn stößt auch Günther Sabinsky, der Jochen Reil und Adrian Malec seit letztem Herbst in der sportlichen Leitung unterstützt. „Scheinbar haben viele Leute ein Problem damit, wenn ein Spieler keinen deutschen Namen oder einen deutschen Pass besitzt.“ Dass gerade auch diese Spieler einen großen Anteil am Höhenflug des TSV Ampfing in der letzten Saison hatten, wird aus seiner Sicht dabei gerne unter den Teppich gekehrt. Er selbst würde für jeden einzelnen Spieler die Hand ins Feuer legen. „Das sind alles super Typen, egal woher sie kommen. Das sind keine Söldner oder Abzocker, sondern Jungs, die enorm ehrgeizig sind und sportlich was reißen wollen.“ 

Für die Schweppermänner geht es nach der Partie in Töging schon am kommenden Mittwoch zuhause gegen Eintracht Karlsfeld wieder weiter. Das erste Heimspiel der Saison wurde auf Wunsch der Gäste um eine halbe Stunde nach hinter verlegt und beginnt daher erst um 19:30 Uhr. Den Abschluß der ersten Englischen Woche in der Landesliga Südost bildet dann am Sonntag darauf (21.7.) das Auswärtsspiel beim Bayernligaabsteiger FC Holzkirchen. Anstoß an der Haid Road ist um 15:00 Uhr.

Bericht: SchweppermännerONLINE

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