Einsatz fraglich: Nadil Buljubasic droht im Derby gegen Töging aufgrund muskulärer Probleme auszufallen. (Foto: Michael Buchholz)

Landesliga Südost - 18. Spieltag (Vorschau)

Kriegt Ampfing die Pleite aus den Köpfen?

Derbyzeit im Ampfinger Raiffeisen-Sportpark: Der Aufsteiger erwartet am Donnerstagabend um 19 Uhr den FC Töging, mit dieser vorgezogenen Partie starten die beide Clubs in die Rückrunde der Fußball-Landesliga Südost, die zumindest bei den Gastgebern deutlich besser werden muss als die erste Saisonhälfte, will man am Ende über dem Strich stehen.

Nach 17 Spieltagen rangieren die Schweppermänner mit nur 16 Punkten auf Rang 16, die Töginger haben zwölf Zähler mehr gesammelt und stehen nach einem schwierigen Saisonstart mit nur zwei Punkten aus den ersten vier Begegnungen auf einem zufriedenstellenden siebten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten Erlbach beträgt nur vier Punkte, der Vorsprung auf die Relegationszone immerhin elf. So richtig rund lief es bei den Männern vom Wasserschloss nach einer Serie von sechs Siegen in Folge in den letzten vier Wochen aber nicht mehr: Dem 0:0 beim TSV Grünwald folgten die beiden Heimniederlagen gegen Landshut und Rosenheim sowie das 2:2 am vergangenen Wochenende beim FC Unterföhring. Da lag die Mannschaft von Mario Reichenberger und Andy Balck bis zur 83. Minute mit 0:2 zurück, hatte nach der Ampelkarte gegen Simon Hefter nur noch neun Feldspieler auf dem Platz, schaffte aber durch Treffer von Martin Stefcak und Birol Karatepe noch den Ausgleich. Das sollte der Truppe fürs Derby Mut machen.

Ganz anders die Ampfinger, die sich nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen aus den tiefsten Niederungen des Tabellenkellers etwas abgesetzt haben, in Rosenheim zur Pause mit 3:0 vorne lagen, haufenweise Chancen auf weitere Treffern vergaben, dann aber binnen 16 Minuten fünf Treffer kassierten und nicht nur mit leeren Händen, sondern auch mit kaputten Köpfen vom Platz schlichen. „Wenn man bei einer 3:0-Führung nach einem individuellen Fehler ein Gegentor kassiert, denkt man sich eigentlich noch nicht viel, vor allem, wenn man bis dahin richtig dominant aufgetreten ist. Da ärgert man sich allenfalls über die leichtfertig vergebenen Möglichkeiten. Doch dann ist die Lawine über uns hereingebrochen und war nicht mehr zu stoppen. Da steht man machtlos an der Seitenlinie und muss zusehen, wie die Katastrophe ihren Lauf nimmt“, beschreibt Ampfings Technischer Leiter Günther Sabinsky die Situation, die er und Sportlicher Leiter Adrian Malec exakt genauso schon im November 2002 erlebt haben, als die Schweppermänner ebenfalls nach einer 3:0-Pausenführung in Rosenheim noch mit 3:5 das Nachsehen hatten. Sabinsky: „Da glaubt man immer, dass man so etwas nur einmal erlebt, aber nicht einmal das stimmt.“

Ob es dem Trainerteam um Klaus Seidel, der weiterhin auf Abwehrspieler Jonas Frisch verzichten muss, gelungen ist, dieses traumatische Erlebnis aus den Köpfen der Spieler zu bekommen, bleibt abzuwarten. Der Rückstand auf das rettende Ufer ist durch die Niederlage und die gleichzeitigen Erfolge von Holzkirchen in Hauzenberg und Kastl in Erlbach wieder auf satte sieben Punkte angewachsen – eine weitere Hypothek für die Schweppermänner, die ja mit einem 1:1 im Eröffnungsspiel am 12. Juli vor 1245 Zuschauern in Töging in die Saison gestartet sind, dabei durchaus überzeugen konnten, dann jedoch vier Niederlagen am Stück kassierten, ehe am sechsten Spieltag der erste Sieg mit dem 3:1 gegen den VfB Hallbergmoos folgte, nach dem Trainer Jochen Reil überraschend seinen Hut nahm. Die direkte Bilanz der beiden Mannschaften, die sich erst drei Mal bei Punktspielen gegenüberstanden, ist übrigens mit je einem Sieg und einem Unentschieden bislang ausgeglichen.

Bericht: Michael Buchholz (MB.Presse)

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