Turm in der Abwehrschlacht: Ampfings Keeper Issa Ndiaye war nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters "Man of the match". (Foto: Norbert Herrmann)

Landesliga Südost - 27. Spieltag (Spielbericht)

Mit sieben Feldspielern moralischer Sieger

Total verrücktes Spiel in Dachau: Mit am Ende nur noch sieben Feldspielern hat der TSV Ampfing am Samstag beim ASV Dachau im Kellerduell der Fußball-Landesliga Südost ein 1:1 erkämpft. „Wir sind der gefühlte Sieger, auf jeden Fall der moralische Sieger“, sagt Ampfings Technischer Leiter Günther Sabinsky.

In einem keineswegs hart geführten Duell dominierten in der ersten Hälfte die beiden Abwehrreihen, keine der beiden Mannschaften wollte zu hohes Risiko gehen und so fiel der Ampfinger Führungstreffer aus heiterem Himmel: Anel Salibasic schlägt einen Freistoß von der Mittellinie hoch an den Sechzehner auf Goran Divkovic, der den Ball festmacht, sich geschickt um seinen Gegenspieler dreht, auf Irfan Selimovic ablegt, der die Kugel ansatzlos aus 14 Metern rechts oben im Winkel versenkt (45.). Drei Minuten nach Wiederbeginn hätte Daniel Toma das 2:0 machen müssen, köpfte aber nach Flanke von Ante Petrovic dem Dachauer Keeper Korbinian Dietrich unbedrängt in die Arme.

Bis dahin ein ganz normales Fußballspiel, doch in der 58. Minute musste Danut Moisi, der in der ersten Hälfte nach einem taktischen Foul Gelb gesehen hatte, wegen eines Allerweltfouls mit der Ampelkarte vom Feld. „Eine sehr harte Entscheidung“, befand Sabinsky. Sechs Minuten später setzt sich der eingewechselte Jonas Dworsky auf der rechten Seite energisch gegen Burhan Bahadir durch, flankt von der Grundlinie scharf und flach in den Rücken der Ampfinger Hintermannschaft, wo Sebastian Mack mit einem abgefälschten Schuss aus elf Metern Issa Ndiaye überwindet. In der Folge avancierte der Ampfinger Schlussmann zum Helden der Partie, der in der 78. Minute nicht nur den stark geschossen Elfmeter von Mack pariert, sondern sensationell auch den Nachschuss entschärft. Zuvor gab’s eine gut fünfminütige Unterbrechung nach dem Elfmeterpfiff – Bahadir soll Michael Kornprobst gefoult haben. Sabinsky: „Eine sehr strittige Entscheidung, die zu einer Rudelbildung geführt hat. Salibasic will als Kapitän seine aufgebrachten Mitspieler vom Schiri fernhalten und wird dafür vom Platz gestellt, weil er den Schiri bei dem Gedränge leicht berührt hat.“ Im Anschluss wurde auch Trainer Heiko Baumgärtner nach lautstarker Kritik an der Entscheidung mit Rot hinter die Bande geschickt.

Doch es kam noch schlimmer, denn in der 80. Minute zückte Felix Hoffmann nach einer Grätsche von Ante Petrovic erneut Rot. „Ante ist zu spät gekommen, aber Rot war völlig überzogen, Gelb hätte hier vollkommen gereicht“, so Sabinsky, der Einstellung und Moral der verbliebenen Schweppermänner lobte: „So etwas habe ich noch nie gesehen, das hat ausgesehen wie ein doppeltes Überzahlspiel beim Eishockey. Wir sind mit sechs Mann am Strafraum gestanden und haben nur noch von einer auf die andere Seite verschoben.“ Mit etwas Glück und dank toller Paraden von Ndiaye brachten die Schweppermänner das 1:1 trotz gefühlt zehnminütiger Nachspielzeit über die Runden und erwarten jetzt am Dienstag um 20 Uhr den TSV Kastl zum Nachholspiel. „Das wird mit Sicherheit dann ein echtes Kampfspiel“, glaubt Sabinsky.

Bericht: Michael Buchholz (MB.Presse)

 Das Spiel in der Statistik

ASV Dachau  -  TSV Ampfing   1 : 1

Samstag, 10.10.2020 | 13:00 Uhr

Sepp-Helfer-Stadion, Dachau

Dachau: Dietrich, Roth, Beck (66. Liedl), Leiber, Papadopoulos, Rieger, Dworsky D., Schleich, Rexhepi (55, Dworsky J.), Mack, Krüger (55. Kornprobst)

Ampfing: Ndiaye, Petrovic, Moisi, Miller, Toma, Salibasic, Divkovic (90.+5 Duhnke), Cacic (40. Pete), Pantea (78. Richter), Selimovic, Bahadir B.

   

Tore: 0:1 Selimovic (45.), 1:1 Mack (64.)

Gelb-Rot: Moisi (58./wiederholtes Foulspiel)

Rot: Sailbasic (75./Rudelbildung)

Rot: Petrovic (79./grobes Foulspiel)

Zuschauer: 100

SR: Felix Hoffmann (FSV Kirchdorf)

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