Karriereende noch nicht in Sicht: Ampfings Kapitän Birol Karatepe erlebt mit den Schweppermännern derzeit seinen zweiten Frühling. (Foto: Michael Buchholz)

Ampfings Karatepe: „In der Liga ganz oben zu stehen, ist für mich ein Highlight“

Der TSV Ampfing grüßt weiter von der Tabellenspitze. Mit dabei ist auch Birol Karatepe, der mit seinen 37 Jahren immer noch zum festen Bestandteil des Landesligisten gehört. Im Interview mit beinschuss.de spricht der Abwehrspieler über die aktuelle Saison und die Stärken seines Teams. Zudem blickt er auf seine Karriere zurück.

Seit nunmehr zehn Spielen ist der TSV Ampfing ungeschlagen und führt punktgleich mit dem SV Bruckmühl die Landesliga Südost an. „Das ist schön für die Jungs, das gibt ihnen Selbstvertrauen. Aber wir müssen weiterarbeiten“, sagte Trainer Rainer Elfinger nach dem 3:3-Unentschieden gegen den SBC Traunstein.

Neben Mike Opara, der bereits elf Saisontore erzielte, ist ein Verteidiger der zweitbeste Torschütze des TSV Ampfing. Kapitän Birol Karatepe traf sechsmal und verpasste bislang nur ein einziges Spiel in dieser Saison. Der 37-Jährige, der bereits beim SV Aschau/Inn, VfL Waldkraiburg und dem FC Töging spielte, gehört trotz seiner 37 Jahren immer noch zum festen Bestandteil des Landesligisten.

Karatepe spricht im Interview mit beinschuss.de über aktuelle Saison und die Stärken seiner Mannschaft. Zudem blickt er auf seine bisherige Karriere zurück und verrät, welches Spiel ihm für immer in Erinnerung bleiben wird.

Hallo Birol, wie geht es einem als Spitzenreiter der Landesliga Südost?

Karatepe: Mir geht es sehr gut (lacht). In der Liga ganz oben zu stehen, ist für uns ein Highlight. Vor allem aber auch für mich, da ich ja auch nicht mehr der Jüngste bin. Dennoch ist das aktuell nur eine schöne Momentaufnahme.

   

Trainer Rainer Elfinger spricht immer noch davon, dass man erst einmal den Klassenerhalt erreichen will. Siehst du das genauso oder geht der Blick Richtung Bayernliga?

Karatepe: Wir haben uns in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor der Relegation gerettet. Das muss man sich immer noch vor Augen halten und deshalb zählt auch nur der Klassenerhalt. Wir wollen bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich sammeln und danach schauen wir, was am Ende dabei herauskommt. Träumen darf man ja von der Bayernliga und bei uns hätte mit Sicherheit keiner was dagegen (lacht).

   

Mit deinen 37 Jahren hast du bis auf das Spiel gegen SBC Traunstein alle Partien von Anfang an bestritten. Welches Fazit ziehst du aus der aktuellen Saison für dich persönlich?

Karatepe: Ich genieße einfach jeden Moment und erlebe aktuell meinen zweiten Frühling (lacht). Es ist nicht üblich, dass man in diesem Alter noch Landesliga spielen kann. Ich blieb in der Vergangenheit von Verletzungen verschont und hoffe das bleibt auch so.

Du bist zudem mit sechs Toren der zweitbeste Torschütze deiner Mannschaft. Und das als Abwehrspieler?

Karatepe: Ja, das stimmt. Aber ich würde diese Zahl nicht zu hoch hängen. Denn die meisten Tore habe ich per Elfmeter erzielt, das relativiert das ganze ein wenig (lacht). Trotzdem freut mich natürlich diese Anzahl an Tore, weil ich dadurch dem Team helfen kann.

Was macht euch als Mannschaft aus?

Karatepe: Die Kameradschaft ist noch enger geworden und der Zusammenhalt ist groß. Jeder kämpft für den anderen. Zudem haben wir uns im Sommer qualitativ gut verstärkt. Es passt derzeit einfach alles zusammen, aber wir arbeiten auch sehr hart dafür. Zudem ist die Stimmung nach zehn ungeschlagenen Spielen in Folge bestens und diese Serie wollen wir weiter ausbauen.

Du hast immer in der Region gespielt und warst bei deinem Heimatverein SV Aschau/Inn, VfL Waldkraiburg und dem FC Töging aktiv. Wie blickt du auf deine Karriere zurück?

Karatepe: Es waren sehr schöne Jahre mit vielen Aufstiegen und Erfolgen. Ich kann mich also nicht beschweren und bin sehr stolz darauf, was ich erreicht habe. Zudem bin ich auch sehr froh, dass ich 2018 den Schritt in die Landesliga beim FC Töging gewagt habe.

Gibt es Spiele oder Momente, die du niemals vergessen wirst?

Karatepe: Da gibt es einige (lacht). Mit dem VfL Waldkraiburg durfte ich in einem Testspiel gegen den FC Bayern München spielen und mit dem SV Aschau/Inn ebenfalls in einem Testspiel gegen den TSV 1860 München. Mein absolutes Highlight war allerdings der Aufstieg mit Aschau in die Bezirksliga, als ich in der Relegation zwei Tore erzielte.

Gibt es schon einen Plan für das Karriereende?

Karatepe: Das fragen mich aktuell sehr viele Personen (lacht). Ich habe für mich gesagt, dass ich von Jahr zu Jahr schauen werde, wie es mir geht und ob ich die Belastung weiter mitgehen kann. Ich fühle mich aktuell sehr fit. Ich denke also noch nicht ans Aufhören.

Am Samstag geht es gegen die SE Freising. Was erwartest du für ein Spiel?

Karatepe: Für mich ist das ein spezielles Spiel, weil ich gegen die SE Freising 2018 mein Landesliga-Debüt gefeiert habe. In Freising ist es immer unangenehm zu spielen. Aber wir sind auswärts eine Macht und wollen die drei Punkte mitnehmen.

Birol Karatepe, vielen Dank für das Interview

Bericht: Markus Altmann (Beinschuss)

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