Auf Adrian Malec und seine Mitstreiter wartet in Ampfing viel Arbeit. (Foto: Michael Buchholz)

Malec: "Wollen Kader mit einheimischen Spielern" - Viele Baustellen beim TSV Ampfing

Fußball-Landesligist TSV Ampfing plant mittelfristig einen Kurswechsel, will in dieser Saison unbedingt den Klassenerhalt schaffen, muss aber in nächster Zukunft erst einmal einige offene Baustellen abarbeiten.

Die offenen Baustellen erstrecken sich über die Besetzung der vakanten Abteilungsleitung, über die schwer kalkulierbare Kaderplanung und geht hin bis zu einer Abkehr der bisherigen Vereinspolitik.

„Momentan ist es extrem schwierig Entscheidungen zu treffen, das betrifft alle Seiten, sowohl die des Vereins, als auch die der Spieler“, weiß Sportlicher Leiter Adrian Malec, der die Wahl eines Abteilungsleiters als die vordringlichste Aufgabe bezeichnet, um die volle Handlungsfähigkeit wieder herstellen zu können. Der bisherige Spartenchef Andreas Schwarzmeier hat sich ja schon vor einiger Zeit verabschiedet, so dass Erni Kühnstetter als Vize Teile des Amts kommissarisch übernommen hat. Ebenso wie Teammanager Günther Sabinsky, der ja schon mal vor einigen Jahren als Abteilungsleiter fungiert hat.​

„Wir wissen noch nicht, wie wir es genau machen, wichtig ist, dass wir es zusammen machen, einer allein reibt sich auf“, so Malec, der beruflich während der Woche oft in Tschechien weilt und deshalb keine ständige Präsenz garantieren kann: „Entscheidend ist, dass die ganze Sache demnächst über die Bühne geht und dass wir ein Konzept für die nächsten drei bis fünf Jahre aufstellen, das auch die 2. Mannschaft und die Jugendarbeit beinhaltet.“

Malec weiß, wovon er spricht, schließlich ist er als Sportlicher Leiter ja auch federführend für die Kaderplanung verantwortlich und muss gestehen: „Ich kann noch nicht sagen, wie unser Kader aussehen wird, wenn es im September weitergehen sollte. Ganz davon zu schweigen, wenn erst im März nächsten Jahres wieder gespielt werden kann.“ Schließlich besteht die aktuelle Mannschaft überwiegend aus auswärtigen Spielern, von denen auch eine Vielzahl Vertragsamateure sind, deren Kontrakt Ende Juni ausläuft

 

Selbstverständlich haben die Ampfinger in den vergangenen Wochen nicht die Hände in den Schoß gelegt und Däumchen gedreht, doch über allen Gesprächen mit den aktuellen Spielern und möglichen Neuzugängen schwebt noch das große Corona-Fragezeichen. Malec: „Aus unserer Sicht wäre die bessere Lösung gewesen, die Saison zu annullieren. So wie es ja die meisten anderen Verbände gemacht haben. Dann hätte man einen sauberen Schnitt gehabt. Die Lösung mit dem Liga-Pokal ist für uns jedenfalls völlig uninteressant.“

Sportlich hat der Klassenerhalt in der laufenden Saison für die Schweppermänner unter der Regie von Trainer Klaus Seidel erst mal noch oberste Priorität, doch danach soll der Kader schrittweise umgebaut werden, so Malec: „Wenn wir ehrlich sind, haben wir uns den Aufstieg letzte Saison erkauft, aber das kann nicht ewig so weitergehen. Wir wollen in den nächsten Jahren nachhaltiger arbeiten und mindestens 60 Prozent des Kaders mit einheimischen Spielern aus einem Umkreis von 25 Kilometern besetzen. Das wird sicher keine leichte Aufgabe, aber irgendwann müssen wir ja mal anfangen. Mir ist bewusst, dass wir nicht den besten Ruf haben, das wird auch noch Jahre dauern, ehe sich das ändert. Umgekehrt können wir uns für die Erfolge der Vergangenheit nichts kaufen, das interessiert auch junge Spieler nicht im Geringsten. Aber ich sehe keinen Sinn darin durchschnittliche Landesligaspieler 80 Kilometer oder mehr einfache Fahrtstrecke ins Training fahren zu lassen. Lieber spielen wir mit einheimischen Spielern eine Klasse tiefer als mit auswärtigen Leuten Jahr für Jahr gegen den Abstieg zu spielen. Das wollen auch die Zuschauer nicht sehen.“

Bericht: Michael Buchholz (MB.Presse)

TSV_Ampfing.png